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Produktinformation

WD 9108: Johann Sebastian Bach:
Brandenburgische Konzerte Nr.1 & 2 sowie Konzert für zwei Violinen d-moll BWV 1043
Playaden-Ensemble, Leitung Conrad Zwicky
(Fr. 20.-)

Musikbeispiel

Detailinfo

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Werke

Johann Sebastian Bach:

Brandenburgische Konzerte Nr. 1 & 2

Konzert für 2 Violinen d-moll

Trackliste mit Hörbeispielen

Interpret(en)

Playadenensemble.

Solisten:
Brandenburgisches Konzert Nr. 2
Peter Rey, Corno da caccia (Trompete), René Häfelfinger, Blockflöte, Salome Zwicky, Oboe, Andrea Zuzak, Violine

Konzert für 2 Violinen d-moll:
(Rachel Späth, Markus Fleck, Violinen)

Gattung

Barocke Konzerte

Charakter

festlich, feierlich

Epoche

Barock

Booklet in

und
=====> Deutsch, Englisch

Besetzung


=====> Trompete, Oboen, Streicher, Cembalou.a.

Aufnahmeort

Bühlkirche, Zürich-Wiedikon

Totale Aufnahmedauer

ca. 43 Min. DDD

Copyright ©

Wiediscon / 1994

EAN-Code

1. Brandenburgisches Konzert (F-Dur, BWV 1O46)

Dieses freudig-beschwingte Konzert ist 1718 und früher entstanden. Es ist für zwei Hörner, drei Oboen, Fagott, Violine, Streicher und Continuo geschrieben - eine, wie es scheint, höchst ungewöhnliche Zusammenstellung von Instrumenten, die jedoch bei Vivaldi (mit zwei statt drei Oboen) in nicht weniger als vier Konzerten vorkommt (RV 568, 569, 571, 574). Die Violine ist hier bei Bach ein Violino piccolo (kleine Violine). Die Saiten dieses Instruments waren gewöhnlich eine Quarte höher gestimmt als die einer normalen Geige. In diesem Konzert jedoch benutzte der Komponist die um eine kleine Terz höher gestimmte Terzgeige. Einzigartig ist der Aufbau dieses Werks. Es scheint, dass Bach an die üblichen drei Sätze noch ein Menuett im französischen Stil angefügt habe. In Wirklichkeit ist aber die Entstehungsgeschichte viel komplizierter. Zur Frühfassung (BWV 1046a), ohne Violino piccolo, gehörten nur die ersten beiden Sätze und das Menuett, dieses ohne die Streicher-Polonaise, die in der späteren Fassung als zweites Trio erscheint. Dieses Werk bezeichnete Bach dann als "Sinfonia". Es wird vermutet, dass diese "Sinfonia" zur "Jagdkantate" (BWV 208, entstanden 1713) gehörte. Die Violino-piccolo-Stimme wurde vermutlich gleichzeitig mit dem heutigen dritten Satz und der Polonaise im Menuett hinzukomponiert. Das neue Allegro mit dem bedeutsamen Violino-piccolo-Part macht das Werk konzerthafter. Der erste Satz (alla breve) führt die Soloinstrumente in lebendigem Wechsel verschiedenartiger Kombinationen mit dem Tutti zusammen. Ein fröhlicher, musikantischer Grundton herrscht vor. Das Hauptthema mit signalartiger Dreiklangsmelodik der Violine legt den Grundgestus fest. Kontrapunktisch stellen diesem die 2. Oboe ein munteres und die 1. Oboe ein melodisches Seitenthema entgegen. Der zweite Satz (Adagio, d-Moll, 3/4, ohne Hörner) ist von ernster Grundhaltung. Oboe und dann Violino piccolo intonieren einen schmerzlichen Gesang, der im Bass drohend fortgeführt wird. Violino piccolo und Oboe führen die Melodik kanonisch weiter. Eine kleine Kadenz der Oboe leitet in die Schlusstakte über, die harmonisch im A-Dur-Klang die Dominante fixieren. Dies gibt ein zusätzliches Spannungsfeld. Der dritte Satz (Allegro, F-Dur, 6/8) ist tänzerisch akzentuiert und hat Giguecharakter. Als Schlussgruppe folgen ausgesprochen fröhliche Tanzsätze: Menuett (F-Dur, volle Besetzung), Trio (d-Moll, 2 Oboen, Fagott), Menuettwiederholung, Polonaise (F-Dur, nur Streicher), Menuett (volle Besetzung), Trio (F-Dur, Hörner und Oboen) und Menuettwiederholung.

2. Brandenburgisches Konzert (F-Dur, BWV 1047)
Im zweiten Konzert besteht die Sologruppe aus Trompete, Blockflöte, Oboe und Violine. In Aufführungen mit modernen Instrumenten nimmt die F-Trompete mit ihrer brillanten, hohen Stimmführung (bis zum dreigestrichenen f) eine beherrschende aber auch faszinierende Rolle ein. Oft wird kritisiert, dass Bach hier eine zu heterogene Ansammlung von Instrumenten in einem Konzert miteinander spielen lasse. In diesem Fall aber versteht man Bachs Instrumentationsabsichten falsch. Klanggleichgewicht und Klangverschmelzung - im Gegensatz zu anderen Komponis-ten des 18. und 19. Jahrhunderts - waren nicht sein Ziel. Im vollen Bewusstsein, dass die geringe Mixturfähigkeit zu einer erhöhten Farbigkeit seiner Musik beitragen werde (man denke da auch an seine ungewöhnlichen Orgelregistrierungen), muss er diese Instrumente ausgewählt haben. Im ersten Satz (alla breve) wird den klanglich so unterschiedlichen Soloinstrumenten ein spielerisch-fröhliches Grundmotiv zugeteilt. Dieses tritt mit immer neuer Farbgebung auf und korrespondiert reizvoll zum energischen Tuttithema. Der zweite Satz (Andante, d-Moll, 3/4) ist ein imitatorischer Dreigesang voll inniger Melodik für die Soloinstrumente Flöte, Oboe, Violine und Generalbass. Im dritten Satz (Allegro assai, F-Dur, 2/4) - als freie Fuge gestaltet - haben die Streicher nur begleitende Funktion. Die Trompete intoniert ein keck herausforderndes Thema, das dann die anderen Soloinstrumente übernehmen.

Konzert für zwei Violinen, d-Moll BWV 1043
Rachel Späth und Markus Fleck, Soloviolinen
Das zu den meistgespielten Bachschen Konzerten gehörende Werk entstand 1718 in Köthen. Es ist - wie auch die beiden Violinkonzerte - eine Originalwerk Bachs. Es wurde später von Bach zu einem Konzert für zwei Cembali (BWV 1062) umgearbeitet und nach c-Moll transponiert. Der erste Satz (Vivace, alla breve) wird durch ein schwungvolles Fugenthema durch die 2. Violinen eröffnet. Klangliche Verstärkung und Ausdrucksvertiefung bringen dann die 1. Violinen. Mit einem strengen Oktavkanon in weiten Achtel-Intervallsprüngen mit anschliessender Sechzehntelpassage setzen dann die Soloviolinen ein und duettieren über den ganzen Satz. Nur an wenigen Stellen tritt das Orchester mit wesentlichen Motiven hervor. Der zweite Satz (Largo ma non tanto, F-Dur,12/8) gehört zu den herrlichsten langsamen Sätzen überhaupt. Von Anfang an dominieren die beiden Soloviolinen, zunächst im Quintkanon. Das Duettieren beinhaltet eine Fülle tiefster Gedanken, Nachahmungen und ineinander verschlungener Figurationen - ein wahres Liebesduett. Der Schlusssatz (Allegro, 3/4) setzt wiederum kräftigere Akzente. Tutti und Soli sind eng miteinander verzahnt. Neben das energische Hauptthema treten zwei besinnlichere Nebenthemen. Gleich zweimal erhält der Satz noch dynamische Höhepunkte, wenn die beiden Soloviolinen in Doppelgriffen ein majestätisches Akkordspiel intonieren.

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