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3. Brandenburgisches Konzert (G-Dur, BWV 1048) Dieses heute meistgespielte Brandenburgische Konzert ist ganz anderer Art. Geschrieben ist es für neun Streicher (drei Violinen, drei Bratschen, drei Violoncelli) und Basso continuo. Durch die nach Klanghöhe geordneten Gruppen erhält der Komponist die Möglichkeit eines alle Teile motivisch eng miteinander verknüpfenden polyphonen Musizierens. Der erste Satz (alla breve) ist ein Wunderwerk musikalischer Arbeit. Reguläre Soli und Tutti kennt der Satz nicht, vielmehr mischt er venezianische Dreichörigkeit mit Soli. Der Grundrhythmus, ein Wechsel von zwei Sechzehnteln und einem Achtel, bestimmt den ganzen Satz. Hier haben wir die thematische Arbeit der Klassiker bereits in Reinkultur. - Dem vitalen ersten Satz folgte ursprünglich kein langsamer Satz. An seiner Stelle stehen nur zwei, nach der damaligen Praxis kadenzierend auszuführende Adagioakkorde. In der hier vorliegenden Einspielung aber wird der langsame Satz aus der Triosonate für Violine, Violoncello und Cembalo (BWV1021, e-Moll) als berleitung zum Schlussatz (Allegro, 12/8) eingefügt. Dieser ist in Form einer Gigue gestaltet, deren feurige Sechzehntelpassagen den Satz von Anfang bis Ende durchpulsen.
4. Brandenburgisches Konzert (G-Dur BWV 1049)
5. Brandenburgisches Konzert (D-Dur, BWV 1050) In der Sologruppe dieses Werkes (Flöte, Violine und Cembalo) tritt das Cembalo brillant konzertierend hervor. Fast möchte man von einem Cembalokonzert sprechen. Der erste Satz (Allegro, alla breve) ist durch enge Verzahnung von Tutti und Soli charakterisiert. Dieses "Ineinanderweben" von Soloinstrumenten und Streichorches-ter ergibt ein Klangspiel von überwältigender Schönheit. Das Auffallendste dieses Satzes ist aber die 65taktige virtuose Kadenz des Cembalo. Das grosse Solo des Cembalo entwickelt noch einmal das Hauptthema, um dann mit einem langen Orgelpunkt und einer Kadenz zu einem kurzen Tuttiabschluss des Satzes zu führen. Im zweiten Satz (Affetuoso, h-Moll, 4/4) herrscht eine empfindsame, zärtliche Stimmung. Es ist ein kanonisches Terzett der Soloinstrumente, untermalt von der Bassstimme. Der dritte Satz (Allegro, 2/4), wiederum eine Fuge, deren Thema hier einen ausgeprägten Giguecharakter zeigt, macht deutlich, wie Bach mit diesem "Kunstgriff" eine strenge Form in eine heitere, unbeschwerte zu verwandeln weiss. Sologruppe und Tutti wirken wieder eng zusammen. Bedeutend ist ein stark kontrastierender h-Moll-Mittelteil mit einem kantablen zweiten Thema, das jedoch "nur" eine Umformung des Fugenthemas ist.
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Produktinformation |
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Werke |
Johann Sebastian Bach: Brandenburgische Konzerte Nr. 3, 4 und 5 Violinkonzert E-Dur BWV 1042 |
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Interpret(en) |
Playadenensemble. Solisten: Brandenburgisches Konzert
Nr. 4 Brandenburgisches Konzert
Nr. 5 Violinkonzert E-Dur (Rachel Späth) |
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Gattung |
Barocke Konzerte |
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Charakter |
festlich, feierlich |
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Epoche |
Barock |
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Booklet in |
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Besetzung |
Die bei dieser Aufnahme verwendeten zweimanualigen Cembali in historischer Bauweise sind Zuckermann-Instrumente, gebaut von Conrad Zwicky. Französisches Cembalo (Länge 238cm) und Flämisches Cembalo (Länge 220cm). |
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Aufnahmeort |
Bühlkirche, Zürich-Wiedikon |
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Totale Aufnahmedauer |
ca. 43 Min. DDD |
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Copyright © |
Wiediscon / 1994 |
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EAN-Code |
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3. Brandenburgisches Konzert (G-Dur, BWV 1048)
Dieses heute meistgespielte Brandenburgische Konzert ist ganz anderer Art. Geschrieben ist es für neun Streicher (drei Violinen, drei Bratschen, drei Violoncelli) und Basso continuo. Durch die nach Klanghöhe geordneten Gruppen erhält der Komponist die Möglichkeit eines alle Teile motivisch eng miteinander verknüpfenden polyphonen Musizierens. Der erste Satz (alla breve) ist ein Wunderwerk musikalischer Arbeit. Reguläre Soli und Tutti kennt der Satz nicht, vielmehr mischt er venezianische Dreichörigkeit mit Soli. Der Grundrhythmus, ein Wechsel von zwei Sechzehnteln und einem Achtel, bestimmt den ganzen Satz. Hier haben wir die thematische Arbeit der Klassiker bereits in Reinkultur. - Dem vitalen ersten Satz folgte ursprünglich kein langsamer Satz. An seiner Stelle stehen nur zwei, nach der damaligen Praxis kadenzierend auszuführende Adagioakkorde. In der hier vorliegenden Einspielung aber wird der langsame Satz aus der Triosonate für Violine, Violoncello und Cembalo (BWV1021, e-Moll) als berleitung zum Schlussatz (Allegro, 12/8) eingefügt. Dieser ist in Form einer Gigue gestaltet, deren feurige Sechzehntelpassagen den Satz von Anfang bis Ende durchpulsen.
4. Brandenburgisches Konzert (G-Dur BWV 1049)
Dieses Konzert ist auf durchsichtigen, zarten Klang gestellt. In der
Sologruppe gehören die beiden Blockflöten zusammen und
stehen dem virtuos angelegten Violinpart gegenüber. Auch hier
wird keine steife Abwechslung von Soli und Tutti gebracht. Alles ist
durch kontrapunktische Arbeit aufgelockert. Der erste Satz (Allegro,
3/8) wird von den beiden Flöten im wiegenden Dreiertakt
eröffnet. Im Mittelabschnitt dominiert die Solovioline. Der
Schlussteil ist eine Wiederholung des ersten. Als zweiter Satz
(e-Moll, 3/4) folgt ein ernstes Andante. Sologruppe und Tutti
musizieren gemeinsam. Eine kleine Kadenz der 1. Flöte führt
in die Schlussakkorde. Der Satz endet auf der Dominante (H-Dur). Das
Fugenthema des dritten Satzes (Presto, alla breve) hat einen heiteren
Charakter. Zwischen die Fugenteile sind Intermezzi der
Soloinstrumente, die das Thema konzertierend durchführen,
eingefügt.
5. Brandenburgisches Konzert (D-Dur, BWV 1050)
In der Sologruppe dieses Werkes (Flöte, Violine und Cembalo) tritt das Cembalo brillant konzertierend hervor. Fast möchte man von einem Cembalokonzert sprechen. Der erste Satz (Allegro, alla breve) ist durch enge Verzahnung von Tutti und Soli charakterisiert. Dieses "Ineinanderweben" von Soloinstrumenten und Streichorches-ter ergibt ein Klangspiel von überwältigender Schönheit. Das Auffallendste dieses Satzes ist aber die 65taktige virtuose Kadenz des Cembalo. Das grosse Solo des Cembalo entwickelt noch einmal das Hauptthema, um dann mit einem langen Orgelpunkt und einer Kadenz zu einem kurzen Tuttiabschluss des Satzes zu führen. Im zweiten Satz (Affetuoso, h-Moll, 4/4) herrscht eine empfindsame, zärtliche Stimmung. Es ist ein kanonisches Terzett der Soloinstrumente, untermalt von der Bassstimme. Der dritte Satz (Allegro, 2/4), wiederum eine Fuge, deren Thema hier einen ausgeprägten Giguecharakter zeigt, macht deutlich, wie Bach mit diesem "Kunstgriff" eine strenge Form in eine heitere, unbeschwerte zu verwandeln weiss. Sologruppe und Tutti wirken wieder eng zusammen. Bedeutend ist ein stark kontrastierender h-Moll-Mittelteil mit einem kantablen zweiten Thema, das jedoch "nur" eine Umformung des Fugenthemas ist.
Violinkonzert E-Dur BWV 1042
Auch dieses Konzert ist in Köthen (1720) entstanden und
repräsentiert neben dem eher strengen a-Moll-Konzert Bachs
festliche, lebendige und volkstümliche Musizierhaltung. Im
ersten Satz (Allegro, alla breve) wird der Charakter des Konzertes
gleich im ersten Takt fixiert. Ein Orchestertutti stellt ihn vor. Das
Thema - bestehend aus zwei Abschnitten - beginnt mit dem
E-Dur-Dreiklang. Tänzerisch beschwingt wird dann im zweiten
Abschnitt des Themas diese Dreiklangsmelodik aufgelöst. Der
zweite Satz (Adagio, cis-Moll, 3/4), ähnlich gearbeitet wie der
Mittelsatz des a-Moll-Konzertes, ist eine innige und klagende Melodie
über einem Basso ostinato. Hier entfaltet sich die Solopartie
der Violine in einer weit ausschwingenden Kantilene. - Das
Rondofinale (E-Dur, 3/8) mit seiner wahrhaft dionysischen
Lebensfreude hebt sich stark vom Mittelsatz ab. Schwungvoll und
freudig wechseln Tuttirefrain und Solovioline ab. Ein letztes Solo
bringt durch eine beträchtliche Erweiterung und betonte
Virtuosität eine wirkungsvolle Schlussteigerung in dieses
Werk.
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