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WD 9308: Johann Sebastian Bach:
Brandenburgisches Konzert Nr.6, Violinkonzert a-moll BWV 1041, Cembalokonzert A-Dur BWV 1055, Konzert für zwei Cembali c-moll BWV 1060
Playaden-Ensemble, Leitung Conrad Zwicky
(Fr. 20.-)

Musikbeispiel

Detailinfo

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Werke

Johann Sebastian Bach:

6. Brandenburgisches Konzert
Violinkonzert a-moll BWV 1041
Cembalokonzert A-Dur BWV 1055
Konzert für zwei Cembali c-moll BWV 1060

Trackliste mit Hörbeispielen

Interpret(en)

Playadenensemble. Solisten:

Konzert für Cembalo und StreicherA-Dur BWV 1055
Solocembalo: Conrad Zwicky

Konzert für Violine und Streicher a-moll BWV 1041
Solovioline: Andreas Fischer

Konzert für zwei Cembali und Streicher c-moll BWV 1060
Solocembali, Conrad Zwicky, Stefan Zwicky

Brandenburgisches Konzert Nr. 6:
Conrad Zwicky, Dominik Fischer (Solo-Violen)

Gattung

Barocke Konzerte

Charakter

festlich, feierlich

Epoche

Barock

Booklet in

und
=====> Deutsch, Englisch

Besetzung


=====> Trompete, Oboen, Streicher, Cembalou.a.

Aufnahmeort

Bühlkirche, Zürich-Wiedikon

Totale Aufnahmedauer

ca. 43 Min. DDD

Copyright ©

Wiediscon / 1994

EAN-Code

6. Brandenburgisches Konzert (B-Dur, BWV 1051)
Die eigentümlichste Besetzung hat wohl dieses Konzert. Die hohen Stimmen fehlen ganz. Dies ergibt eine dunkle, verhaltene Klangfarbe. Die Besetzung (zwei Solobratschen, zwei Gamben, Violoncello, Kontrabass und Continuo-Cembalo) ist zwar vielleicht archaisch, aber genau auf die Köthener Aufführungsverhältnisse zugeschnitten, möglicherweise auf eine speziell kleine Besetzung, wie sie Fürst Leopold auf seine Karlsbad-Reisen mitnahm. Die Gambenstimmen sind anspruchslos und wahrscheinlich für Fürst Leopold und Christian Ferdinand Abel komponiert worden. Das Playaden-Ensemble setzt für die beiden Gamben eine Bratsche und ein Violoncello ein. Zusammen mit dem Kontrabass und dem Cembalo bilden die Gamben die Gruppe der begleitenden Instrumente, während die Bratschen und das Violoncello zur Sologruppe werden. Bach übernahm in diesem Konzert selber sein Lieblingsinstrument, die Bratsche. Im ersten Satz (alla breve) wechseln Tutti - und Soloabschnitte einander ständig ab. Es ist ein Kanon von dichtester Einsatzfolge der beiden Solobratschen in gelöst heiterer Thematik. Im zweiten Satz (Adagio ma non tanto, Es-Dur, 3/2) tragen die beiden Solobratschen eine feierliche Meditation in einem imitierenden Duett vor. Sie werden vom Violoncello und der Continuogruppe unterstützt und belebt. Zum Schluss beteiligen sich diese auch noch imitierend. Diesem elegischen Mittelsatz folgt ein heiteres, unbeschwertes Finale (Allegro,12/8) In diesem, nach dem Schema A - B - A ausgelegten Satz im Giguecharakter brillieren Solobratschen und Violoncello mit virtuosem Figurenwerk. Einen wirkungsvollen Kontrast bildet der Moll-Mittelteil.

Violinkonzert a-Moll BWV 1041
Dieses Werk mit seinem strengen, energischen Charakter entstand 1720. Besonders deutlich zeigt sich dieser im kraftvollen, auftaktigen Kopfmotiv des 1. Satzes (Allegro, 2/4), dem der Bass rhythmisch akzentuiert antwortet. Nach dem 24taktigen Eingangstutti greift der Solist dieses Kopfmotiv sogleich in variierter Form auf und entwickelt es weiter. Wie die Soli unterbrochen sind von Tuttieinwürfen, so dehnt Bach die Tutti durch Solieinwürfe. Die so entstehende Verschmelzung von Tutti und Soli steht in der Literatur einzig da. Diese grossartige und geniale Formgebung entbehrt freilich der grossen Plastik des italienischen Konzertes, sie ist mehr kammermusikalisch, intimer. Auch der zweite Satz (Andante, C-Dur, 4/4) ist eine erlesene Köstlichkeit: ein lang gesponnener Dialog zwischen dem Violoncello und der Solovioline. Beide lösen sich sowohl voneinander ab, wie sie sich auch kontrapunktisch verschmelzen. Der Finalsatz (Allegro assai, a-Moll, 9/8) hat den Charakter einer Gigue. Achtelbewegung herrscht vor, dadurch wirkt der Satz schwungvoll und feurig. Eine Steigerung - auch im Figurenwerk - führt im Mittelteil zu einem kadenzartigen Abschluss auf der Dominante. Im letzten Soloteil erhält die Violine dann nochmals besonders virtuose Aufgaben.

Cembalokonzert A-Dur BWV 1055
Dieses Konzert geht vermutlich (wie das E-Dur-Konzert, BWV 1053) auf ein Bachsches Konzert für Oboe d'amore zurück. Die Gesamthaltung dieses Werkes wird von freundlich heller Farbigkeit und von bezaubernder rhythmischer Eleganz bestimmt, wie sie sich sogleich im Thema des ersten Satzes (Allegro, 4/4 ) offenbart. Dieses rhythmische Motiv erscheint immer wieder, auch in der Umkehrung. Der zweite Satz (Larghetto, fis-Moll, 12/8), eine Siciliana, entwickelt sich als melodisch weit ausschwingender, sanfter Klagegesang. Das Finale (Allegro ma non tanto) bildet hierzu mit seiner virtuosen Melodik einen wirkungsvollen Kontrast.

Konzert für zwei Cembali c-Moll BWV 1060
Konzerte für zwei und mehr Cembali wurden von Bach sicher auch für das gemeinsame Musizieren mit seinen Söhnen geschrieben. Ähnlich wie das bei der Betrachtung der Violinkonzerte festgestellt wurde, wird hier das Nebeneinander von Tutti und Soli vertieft durch die kontrapunktische Verschmelzung beider Teile. Im ersten Satz (Allegro, 4/4) führt das 1. Cembalo mit energisch virtuosem Spiel. Das 2. Cembalo tritt klanglich ergänzend hinzu. Im zweiten Satz (Adagio, Es-Dur, 12/8) findet ein herrlicher Dialog der Solisten in einem fugierten Nach- und Miteinander statt. Eine besondere klangliche Wirkung erzielt Bach dadurch, dass er die Streicher zunächst pizzicato begleiten lässt. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung rückt das Spiel der Solisten dann in ein ganz neues, poetisches Licht, wenn die oberen Tuttistimmen dazu Septakkorde halten. Der letzte Satz (Allegro, 2/4) ist wieder spielfreudig und virtuos.

Conchita Fischer

 

Die bei dieser Aufnahme verwendeten zweimanualigen Cembali in historischer Bauweise sind Zuckermann-Instrumente, gebaut von Conrad Zwicky. Französisches Cembalo (Länge 238cm) und Flämisches Cembalo (Länge 220cm).

 

Gesamtkatalog